Kristan Kossack

Kristan Kossack (Jg. 1945) aus Minden beschäftigt sich mit regionaler Zeitgeschichte. Veröffentlichungen unter anderem in der „Westfälischen Zeitschrift“, „Mitteilungen des Mindener Geschichtsverein“, „Mindener Tageblatt“ „Kritiknetz“ (Internetzeitschrift).

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Veröffentlichungen:

Dirks/Kossack, „Spuren jüdischen Lebens“, seit April 2005 im „Mindener Tageblatt“ erschienene Serie über die Einzelschicksale Mindener Juden unter dem NS-Regime.
Letzte Folge vom 12.09.2009: “Lautstarkes Schweigen zum Holocaust – Mindener Zeitungsleser werden im Zuge der Kriegspropaganda mit antisemitischen Feindbildern konfrontiert”. Mehr zur
MT-Serie

In Buchform November 2009 erschienen:

 

Hans-Werner Dirks und Kristan Kossack
Spuren jüdischen Lebens in Minden
Einzelschicksale Mindener Juden
während des NS-Regimes

Verlag für Regionalgeschichte

ISBN: 978-3-89534-775-7
Gebunden / 19,00 Euro / 160 S.
Format 27 x 21 cm
Erstauflage 11.2009

 

 

Das zahlreiche, bisher unbekannte Fotos enthaltende Buch von Hans-Werner Dirks und Kristan Kossack über Einzelschicksale Mindener Juden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hilft, die jahrzehntelange Verdrängung der Judenverfolgung am Ort zu beenden. In Interviews und bisher unveröffentlichten autobiographischen Quellen kommen betroffene Juden auch selbst zu Wort.
Neben staatlicher Verfolgungswillkür werden im Buch von privater Seite gestartete judenfeindliche Ausgrenzungspraktiken aufgezeigt. Die Autoren dokumentieren, dass sich auch Mindener Juden dabei keineswegs freiwillig in ihr Schicksal ergeben haben und vereinzelt (Michelsohn und Ingberg) sogar Widerstand leisteten.
Dirks und Kossack belegen zusätzlich an Hand überzeugender Beispiele, wie einzelne Nichtjuden aus Minden und Umgebung ihren jüdischen Nachbarn und Bekannten trotz der Repressalien des Regimes zu Hilfe gekommen sind.
Verlag für Regionalgeschichte oder Bestellung über Buchhandel.de

Jüdischer Widerstand
„Westfälische Zeitschrift“ 158. Band 2008
Der Widerstand Mindener Juden gegen die NS-Herrschaft - Erinnern an Otto Michelsohn und Max Ingberg
„… Die Materialsichtung, insbesondere ein bisher unveröffentlichtes Interview von Joachim Meynert mit Otto Michelsohn von 1985 und der Nachlass von Max Ingberg (im Kommunalarchiv überliefert), ergab, dass sich diese beiden Juden signifikant durch humanitären bzw. politischen Widerstand gegen das NS-Regime auszeichneten. Im Focus der lokalen Erinnerungskultur stehen häufig nur die ermordeten Opfer der Nazis (siehe z.B. das Stolpersteinprojekt). Zusätzliches Aufzeigen jüdischer Widerstandsaktivitäten im Alltag, unterhalb der Schwelle bekannter, heroischer Aufstandsversuche, macht Erinnerungsarbeit wirklichkeitsnäher. …“

11/2008 Artikel von Dirks/Kossack
Ostwestfalen-Jahrbuch: Der Minden - Ravensberger 2009. Nicht jeder fand sich mit der Judenverfolgung ab - Vergessene Helfer aus Minden und Umgebung

Unterseite
Jüdischer Widerstand
 

Weitere Veröffentlichungen:

Als Minden Wirtschaftshauptstadt war
1993 in „Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins”: „Viktor Agartz und das Zentralamt für Wirtschaft in Minden”
2006 in „Der Minden-Ravensberger”: „Gegen Demontage der Betriebe vorgegangen”, Minden erinnert an einen unbequemen Vordenker.
Unterseite: Benennung einer Mindener Straße nach
Viktor Agartz

Melitta-Werke
11/2006 Manuskript Dirks/Kossack, Ein „Musterbetrieb“?
Der Mindener Geschichtsverein lehnte es am 26. April 2007 ab, das nachfolgende Manuskript “Ein Musterbetrieb?” in seinen „Heimatblättern“ abzudrucken. Das Manuskript lag dem Vorstand seit Anfang November 2006 vor. Professor Arno Klönne aus Paderborn, der den Aufsatz vorher durchgesehen hatte, sah „keine Bedenken“ ihn zu veröffentlichen. Kritik an Melitta Ex-Chef Horst Bentz (zwischen 1933 und 1945 auch SS- und SD- Angehöriger) wird in Minden häufig immer noch als Tabuthema behandelt. [...]
10. Mai 2007, Kossack
Unterseite:
Ein „Musterbetrieb“?

2007 in „Der Minden Ravensberger“, „Unsere Soldaten schreiben“ im „Melitta-Echo“, Seite 43ff, Siehe auch die Manuskriptvorlage „Unsere Soldaten schreiben“ – Die Feldpostbriefe im „Melitta-Echo“

2005 in „Westfälische Zeitschrift”, Band 155: „Betriebsalltag und Unternehmensentwick- lung eines NS-Musterbetriebs im Spiegel seiner Werkzeitung”
Zur Berichterstattung im “Mindener Tageblatt” 
mt-zg-280106.pdf [49,9 kB]
Unterseite: Mehr zur Geschichte der
Melitta-Werke

Zur Mindener Militärgeschichte
Bericht im „Mindener Tageblatt“ vom 9. November 2010:
„Unrechtsopfer erhält zuletzt noch das Ehrenkreuz“ Otto Lewin, Feldwebel mit Portepee, wurde aus der Wehrmacht entlassen. Später starb er an Herzversagen. Todesanzeige für renommierten Musiker löst Ermittlungen der Staatspolizei aus. Link zur
PDF-Datei
Siehe auch die Unterseite „
Mindener Militärgeschichte

In „Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins”:
1998: „Die Anfänge der Reichswehr in Minden”
1999: „Von der Reichswehr zur Wehrmacht”
Unterseite: Kein Straßenname für
General von Mudra und Halbwahrheiten über das Veltheimer Unglück

1998: „Vergessene Opfer, verdrängter Widerstand - Wehrmachtdeserteure, Wehrkraftzersetzer und Kriegsdienstverweigerer 1939 - 1945 im Altkreis Minden”, herausgegeben von der Mindener Ortsgruppe des Internationalen Versöhnungsbunds

KK_PUB-Wehrmachtsverbände
2001 „Mindener Beiträge” Bd. 29,
„Mindener Wehrmachtsverbände,
Garnisonentwicklung und Kriegseinsätze
1933 - 1945”

Textauszug: [.....] Das Gesagte widerlegt aber für die 6. Division und die in ihr organisierten Mindener Verbände die wiederholt verbreitete These, dass die Judenverfolgung in der Sowjetunion allein die Sache der SS im Hinterland gewesen sei und die Wehrmacht in ihrem Operationsgebiet davon nichts gewusst bzw. zu tun hatte.
Die aktive Rolle der Wehrmacht und der Mindener Verbände bei der rassisch und weltanschaulich motivierten Verfolgung im Raum Rshew bestand in der Beteiligung an einer gesonderten Erfassung, Kontrolle und Festsetzung der vorgefundenen Juden im Operationsgebiet.
Die Ermordung der jüdischen Opfer erfolgte nach den überlieferten Dokumenten hier nur durch Angehörige des SK 7a, die Kommandostäbe der Wehrmacht waren allerdings von den Ortskommandanten aufwärts über die rassisch motivierten Tötungen informiert.
Versuche Exekutionen des SK 7a zu unterbinden, sind aus dem Raum Rshew nicht überliefert. Stattdessen wurde u.a. dem nach dem Krieg zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilten ehemaligen SK 7a-Führer Rapp vom AOK 9 1943 anlässlich seiner Frontverabschiedung das EK II und das Verwundetenabzeichen überreicht.[.....]

Unterseite: Benennung einer Mindener Straße nach dem Kriegsdienstverweigerer Heinrich Kurlbaum
Dokumention des Unterstützerkreis Kurlbaumstraße

 

Zum 20. Juli
„Nur ein Widerstand gegen die Selbstzerstörung Deutschlands – Friedrich Dollmann: Ehemaliger Artilleriekommandeur in Minden beteiligte sich an der Militäropposition gegen Hitler“ (siehe „Mindener Tageblatt“ vom 15. Juli 2004)
Quellenhinweis: Hans Speidel, Invasion 1944, Tübingen 1950, 3. Aufl., Seite 125; Ebd., Seite 50; Ebd., Seite 89; David Fraser, Rommel – Die Biographie, Berlin 1995, Seite 535; Wolfram Wette, Reichswehr, Wehrmacht und militärischer Widerstand, Seite 23 ff. in: Gerd R. Ueberschär, NS-Verbrechen und der militärische Widerstand gegen Hitler, Darmstadt 2000.
Link zur
PDF-Datei

 

Zum Kirchenkampf in Minden
Rezension zur Veröffentlichung von Prof. Andreas Müller: „`Kirchenkampf ` im `erweckten` Kontext – Der Kirchenkreis Minden in der Zeit des Nationalsozialismus“
Link zur
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Das „Mindener Sonntagsblatt“ im „Dritten Reich“ zur sogenannten Judenfrage in: 2009 Westfalen, 84. Band, Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde, S. 131ff.

Das „Mindener Tageblatt“ berichtete am 25. September 2009 u.a. mit folgendem Hinweis:
„… Kossack sieht in der der Bekennenden Kirche zuzuordnenden Zeitung kaum eine Opposition gegenüber den gesellschaftspolitischen Maßnahmen der Nationalsozialisten. So erscheint das Blatt mit seinen von den Schriftleitern Viktor Pleß und Gerhard Dedeke zu verantwortenden Beiträgen als publizistischer Claqueur zu Aprilboykott und Rassengesetzen bis es letztendlich trotz seiner Anpassungsleistung im braunen Regime im Jahr 1938 eingestellt wird.“
Link zum Artikelmanuskript: „Das ´Mindener Sonntagsblatt´ im ´Dritten Reich´ zur sogenannten Judenfrage“ als
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„Damit kein Ärgernis erregt wird“, im „Mindener Tageblatt“ am 1. September 2003 erschienener Artikel zur Einführung des Arierparagraphen in der evangelischen Kirche
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2008 in Minden-Ravensberger: „Nun ist das Dritte Reich im Werden“ – Mindener Kindergarten ist seit 1987 nach Nazi-Helfer benannt. Mehr über Martinikirchenpfarrer Viktor Pleß
Unterseite:
Viktor Pleß

Unterseite: Adolf Stoecker, Evangelischer Pfarrer - Begründer der ersten deutschen Antisemitenpartei und mancherorts immer noch Vorbild.

2005 in „Der Minden-Ravensberger”: „Antisemitischer Agitator ein Vorbild? - Der Namensgeber des Adolf-Stoecker-Gemeindehauses in Eickhorst”

Textauszug: [...] 1964 wählte die evangelische Kirchengemeinde von Hille-Eickhorst für ihr neues Gemeindehaus den Namen ”Adolf Stoecker”. Der protestantische Pfarrer Stoecker war 1874 vom Kaiser als Hofprediger nach Berlin berufen worden und hatte 1877 zusätzlich die Leitung der Berliner Stadtmission übernommen. Das Presbyterium begründete seinen Namensvorschlag mit der engen Verbindung zur Berliner Stadtmission in Eickhorst. Das Landeskirchenamt in Bielefeld erhob gegen den Vorschlag keine Bedenken.

Bedenken und Kritik wurden erst ab Januar 2002 von außerkirchlicher Seite in der Lokalpresse laut. Hier war nachzulesen, dass Stoecker von 1878 bis zu seinem Tod anno 1909 in Deutschland vor allem als notorischer Agitator gegen das Judentum in Erscheinung trat. In seinen viel besuchten „Volksversammlungen“, zunächst in Berlin und später in ganz Deutschland, griff Stoecker immer wieder auf folgendes Patentrezept zurück: Er prangerte lautstark soziales Unrecht an und stellte im gleichen Atemzug die Juden als Sündenböcke für alle möglichen in Deutschland vorfindbaren Missstände dar. Auf diese Weise schürte er, oft bis zum Tumult, in breiten benachteiligten Bevölkerungsschichten sehr erfolgreich Neid und Hass. Das Judentum war für Stoecker das Unglück unseres Volkes. [...]

Unterseite: Pastor Dr. jur. Hans Graff, Stadtrat a.D. - von 1944 bis 1954 Pfarrer in Minden.

 

Weitere Aufsätze zur NS-Ära:
1995, in „Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins”: „Die jüdische Gemeinde Petershagen im Dritten Reich”

Unterseite: Jüdische Ortsgeschichte Petershagen – Diskussion

2000 in „Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins”: „Verfolgung Mindener Sinti durch das NS-Regime”
Unterseite 
Sinti-Verfolgung

Unterseite: Vor 75 Jahren - Schlosser Ridlewski Opfer der Mindener SA
Das Manuskript ist leicht gekürzt am 2. Juli 2007 im „Mindener Tageblatt“ unter der Überschrift: „Zuletzt hat der Mörder doch gut lachen“ erschienen.

Entnazifizierung im Schonwaschgang
Deutsche Kriegsverbrecher und aktive Nazis sollten nach dem Krieg „entnazifiziert“ werden, d.h. bestraft bzw. aus dem öffentlichen Leben verdrängt werden.
Zum Artikel vom 11.5.2011 im MT / Unterseite
Entnazifizierungslegende

 

Zur 48er-Revolution in der Stadt
1992 in „Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins”: „Demokratisches Engagement preußischer Offiziere im Vormärz”
2004 in „Der Minden-Ravensberger”: „´Geht - lernt die Frauen kennen`, Sophie Meyers Engagement für Demokratie, Frauenrechte und soziale Reformen im 19. Jahrhundert”
Unterseite: Mehr über
Sophie Meyer


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